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Stadtportrait

Blick auf die SchwanenburgKleve - Perle des Niederrheins

Kleve ist nicht nur Sitz einer Kreisverwaltung sowie eines Land- und eines Amtsgerichts, sondern auch kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des unteren linken Niederrheins. Mit ihren etwa 50.000 Einwohnern auf einem Gebiet von 97,79 km² bietet die Kreisstadt eine gesunde Mischung aus Handel, Gewerbe, Gastronomie, Dienstleistung, Bildung und Kultur.

Als grenznahes Geschäftszentrum ist Kleve bei Bewohnern und Besuchern gleichermaßen beliebt. In geschmackvoll eingerichteten Läden hält der Einzelhandel ein vielseitiges Angebot bereit. Den niederländischen Nachbarn gilt diese Einkaufsstadt  als gezellig (angenehm und freundlich). Die Vergangenheit Kleves als Kurort zeigt sich an alten Prachtbauten und historischen Parks und Gartenanlagen, aber auch an einem traditionell gut entwickelten Hotelsektor mit viel Gastronomie. Die Wirtschaftsstruktur hat sich ansonsten im vergangenen halben Jahrhundert stark verändert. An die Stelle der Großindustrie trat das mittelständische Gewerbe. Weitere aktuelle Schwerpunkte sind die Logistik und der Dienstleistungssektor.

Die Schullandschaft in Kleve ist breit gefächert. Das Angebot reicht von Grundschulen – teils  mit Montessori-Unterricht – über weiterführende Schulen (u.a. Berufskolleg, Realschulen, Gymnasien, Sekundar- und Gesamtschule) bis zur Hochschule Rhein-Waal. Beachtlich ist daneben das Bildungsangebot der Volkshochschule der Stadt Kleve, von SOS Kinderdorf  Niederrhein und beispielsweise auch der Kreismusikschule Kleve. Für die Betreuung der Kleinkinder gibt es eine Vielzahl an Kindergärten und Familienzentren.

Kulturell hat Kleve viel zu bieten. Neben den städtischen Einrichtungen, wie das Museum Kurhaus Kleve, die Stadthalle, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv, gibt es verschiedene Museen in anderer Trägerschaft, wie z.B. das B.C. Koekkoek-Haus, Forum Arenacum und das Klever SchuhMuseum und eine große freie Kulturszene, wozu u.a. der Kleinkunstverein cinque, die Klever Jazzfreunde, die Klangfabrik, das XOX-Theater und das Theater im Fluss sowie viele Künstler zählen. Auch die verschiedenen Heimatvereine tragen zum kulturellen Angebot bei.

Geographisch

Das Stadtgebiet von Kleve wird geographisch geprägt von dem Kontrast zwischen der weiten Niederung des Rheins, die von Deichen geschützt wird und noch Spuren früherer Flussverlagerungen und Überflutungen aufweist, und einer Hügellandschaft, die von jeher alters stark bewaldet war. Noch heute gehört letztere teilweise zum Reichswald, einem der größten Staatsforste in Nordrhein-Westfalen.

Die Hügel sind durch eiszeitliches Gletschereis gebildet worden und weisen an verschiedenen Stellen steile Stauchmoränen auf. Das gilt auch für den 'Berg', auf dem die Schwanenburg gebaut wurde. Nach der Lage ihrer Stammburg auf dieser hohen 'Klippe' (clef) nannten sich die Bauherren spätestens ab 1092 Grafen von 'Kleve'. Auch der Name der Stadt leitet sich davon ab.

Von der Burg zur Residenz

Die mittelalterliche Stadt Kleve wuchs aus drei Teilen zusammen: der Burg mit einer dazugehörigen Burgsiedlung (wohl aus dem 11. Jahrhundert), einer Neustadt, die der Graf von Kleve 1242 auf dem benachbarten Heideberg gründete und einer Stadterweiterung  des 14. Jahrhunderts, dem späteren Hagschen Viertel. Das Leben in der Stadt wurde von der Schwanenburg und der dortigen Hofhaltung geprägt, vor allem seit Kleve im 14. Jahrhundert zur landesherrlichen Residenz geworden war. Ein sichtbares Zeichen dafür war die Verlegung eines gräflichen Stiftes von Monterberg bei Kalkar als Residenzstift nach Kleve im Jahr 1341. Mit dem Ansehen des Stadtherrn wuchs auch der Ruf der Stadt. Nachdem die Grafschaft Kleve 1368 durch Erbfall an die Grafen von der Mark gekommen war, regierte Graf Adolf von Kleve ab dem späten 14. Jahrhundert über beide Grafschaften gemeinsam. Er heiratete 1406 Maria, Tochter des Herzogs von Burgund, und wurde selbst 1417 gemeinsam mit der Grafschaft Kleve in den Herzogsstand erhoben. Durch die 1510 vollzogene Heirat des künftigen Herzogs Johann III. mit Maria von Jülich entstand ab 1521 eine feste Verbindung zwischen Kleve und Mark mit der Herrschaft Ravenstein einerseits und Jülich, Berg und Ravensberg anderseits. Herzog Wilhelm 'der Reiche' war außerdem einige Jahre Herzog von Geldern und ihm gelang 1540 die erzogHhVermählung seiner Schwester Anna von Kleve mit dem englischen König Heinrich VIII.

Nachdem 1609 Herzog Johann Wilhelm kinderlos verstorben war, brach ein Erbfolgestreit aus, in dessen Folge die große Erbmasse zerschlagen wurde. Kleve, Mark und Ravensberg fielen an den Kurfürsten von Brandenburg und die Stadt Kleve wurde dritte Hauptstadt Brandenburg-Preußens. Friedrich Wilhelm, der 'Große Kurfürst', ernannte 1647 den Grafen Johann Moritz von Nassau-Siegen zu seinem Statthalter in Kleve. Dieser frühere Gouverneur einer niederländischen Kolonie in Brasilien und Bauherr des Mauritshuis in Den Haag, der 1652 in den Fürstenstand erhoben worden ist, gestaltete Kleve grundlegend um. Er sprengte die Grenzen der mittelalterlichen Stadt und schuf hier in neuartiger Weise eine weiträumige Residenzlandschaft mit großen Alleen und Parkanlagen, die bald einen internationalen Ruf hatten und fremde Besucher anzogen. Seine Klever Anlagen zählen heute zum Europäischen Gartennetzwerk.

Von der Kur- zur Kulturstadt

Kleve blieb im 18. und frühen 19. Jahrhundert Regierungssitz. Es war Beamtenstadt, verlor aber unter Friedrich dem Großen seine Bedeutung als königliche Residenz. Dafür entwickelte die alte Herzogstadt sich nach der Entdeckung einer Mineralquelle am Springenberg (1741) zum Kurort. Stattlicher Zeuge dieser Zeit ist das Kurhaus aus dem 19. Jahrhundert, dessen ältester Teil nach dem damaligen preußischen König und Förderer den Namen Friedrich-Wilhelm-Bad erhielt. Der Erste Weltkrieg setzte dem Klever Kurbetrieb ein Ende. Inzwischen hatte im späten 19. Jahrhundert die Industrialisierung eingesetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kleve insbesondere bei zwei schweren Luftangriffen am 7. Oktober 1944 und am 7. Februar 1945 stark beschädigt. Die Stadt war Anfang 1945 so gut wie entvölkert, die Bürger kehrten erst im Laufe des Frühlings zurück. Der Wiederaufbau der Stadt verlief zunächst zögerlich, ab 1948 in hohem Tempo. Dank einer Bürgerinitiative konnte das Richtfest für das Wahrzeichen der Stadt Kleve, den Schwanenturm, bereits 1950 begangen werden. Die erste Phase des Wiederaufbaus wurde 1957 mit der Einweihung eines neuen Rathauses abgeschlosssen. Die in dem gleichen Jahr eingeweihte wiederhergestellte Stiftskirche sollte ihre Türme allerdings erst 1968 wiedererhalten und vereinzelte Kriegsspuren sind bis heute in der Stadt sichtbar.

Ab den 1950er Jahren stand auch wieder Geld für Kultur zur Verfügung. So wurde der 1847/48 erbaute Stadtpalast des niederländischen Landschaftsmalers B.C. Koekkoek als städtisches Museum eingerichtet. 1958 fand hier die erste Ausstellung statt. Heute wird das Museum B.C. Koekkoek-Haus von einer Stiftung getragen. Das im ehemaligen Kurhaus untergebrachte Museum Kurhaus Kleve öffnete 1997 seine Türe als neues städtisches Museum und errang in wenigen Jahren einen großen, internationalen Ruf und offizielle Anerkennung. Hier konnte auch an authentischer Stelle im früheren Friedrich-Wilhelm-Bad das ehemalige Atelier des aus Kleve stammenden weltberühmten Künstlers Joseph Beuys eingerichtet werden.

Wirtschaft

Zur Zeit der Industrialisierung ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert haben insbesondere die Nahrungsmittel- und Lederindustrie mit bekannten Marken wie 'Bensdorp', 'XOX', 'Sana', 'Blauband', 'elefanten' und 'Storch' die Stadt blühen lassen. An die Stelle der Großindustrie ist ab den 1970er Jahren das mittelständische Gewerbe getreten. Heute treten vor allem die Bereiche Stahl- und Leichtmetallbau, Logistik und Fahrzeugbau hervor. Unternehmen wie die Spectro Unternehmensgruppe, Ipsen Industries International GmbH, Cardinal Health oder MSK Verpackungssysteme gelten als führend in Europa und verleihen der Klever Wirtschaft erneut einen internationalen Ruf. Die ehemaligen Industrieanlagen werden heute teilweise als Einkaufszentren genutzt, wie im Falle des 'eoc' auf dem Gelände Hoffmann/elefanten-Schuhfabrik. In der Innenstadt befinden sich u.a. ein 'Kaufhof' und das Einkaufszentrum 'Neue Mitte'. Im Dienstleistungsbereich ist seit Jahren eine steigende Tendenz zu erkennen. Neben den Banken und den Versicherungen sind hier u.a. Serviceleister wie z.B. 'tel-inform' zu nennen. Immer mehr an Bedeutung gewinnt auch der Tourismus.

Freizeit

Die fiets ist in der Freizeit das wichtigste Verkehrsmittel des Niederrheiners und wer 'Fahrrad' sagt ist sofort als Zugereister enttarnt. Ob in gemütlichem Tempo über die Deiche, in der Rennsportgruppe oder mit einer Draisine auf Schienen, fietsen muss sein. Aber auch Wasserratten können Spaß haben, sei es auf dem Spoykanal, im Altrhein oder ab 2018 im nagelneuen Kombibad Sternbusch. Zahlreiche Vereine bieten Sport zum Vergnügen oder zur Meisterschaft, dabei wird die Förderung der Jugend immer groß geschrieben. Möglichkeiten zur besinnlichen Erholung in Naturnähe bieten die Garten und Parks, der Reichswald und verschiedene Naturschutzgebiete in der Niederung.

 

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