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Radverkehrskonzept Umsetzung - Schutzstreifen

Radverkehrsführung Ringstraße (L 484)

Erfordernis einer Radverkehrsführung

Die Ringstraße zwischen Lindenallee und Römerstraße ist eine städtische Hauptverkehrsstraße und Teil des Landesstraßennetzes (484). Der Radverkehr wird heute gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn geführt, Radverkehrsanlagen sind nicht vorhanden. Daher ist grundsätzlich eine Radverkehrsanlage erforderlich und eine Trennung des Radverkehrs vom Kfz-Verkehr anzustreben. Im Rahmen des Radverkehrskonzepts Kleve wurde die Ringstraße entsprechend als zentrale Netzlücke im städtischen Radverkehrsnetz identifiziert. Funktional ist die Ringstraße im Geflecht der städtischen Radverkehrsverbindungen als Hauptverbindung klassifiziert. Die Ringstraße ist in der Achse Gruftstraße – Hoffmannallee die direkte Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt und zudem direkte An- und Verbindung diverser Schulstandorte in Kleve.

Im Radverkehrskonzept wurden drei Querschnitts-Varianten zur Einpassung einer Radverkehrsführung skizziert. Dabei wurde deutlich, dass die beiden Varianten mit Sonderwegen für den Radverkehr (baulicher Radweg, Radfahrstreifen) einen kompletten Entfall der Parkplätze und eine einseitige Baumfällung erfordern würden und somit ausscheiden.

Als geeignete und mit den übrigen Zielen der Stadtentwicklung (Stadtgestalt, Alleenschutz) vereinbare Lösung wurde daher die Variante „Schutzstreifen“ weiterverfolgt. Die Anordnung von Parkmöglichkeiten für den Kraftfahrzeugverkehr erfolgt unter weitestgehender Beibehaltung des vorhandenen Baumbestands zwischen den Baumscheiben. Für diese Variante wurde seitens der Stadt Kleve in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau als Straßenbaulastträger die Entwurfsplanung erstellt.

Besonderes Erfordernis einer Radverkehrsanlage: Schulwegsicherung

Neben der hervorgehobenen Bedeutung für das Radverkehrsnetz Kleve hat die Ringstraße eine besondere Bedeutung für die Abwicklung des Schülerverkehrs. Neben dem allgemeinen Erfordernis einer Radverkehrsanlage kommt daher zusätzlich das besondere Erfordernis einer Radverkehrsanlage im Zuge der Schulwegsicherung.

Besondere städtebauliche Randbedingung: Baumallee

Der vorhandene Baumbestand unterliegt überwiegend dem Alleenschutz und wird nahezu vollständig erhalten (Notwendigkeit der Baumfällung von drei Holländischen Linden aus Gründen der Verkehrssicherheit/Barrierefreiheit). Die Lage der vorhandenen Alleebäume definiert dabei die zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen. Eine solche Variante mit „Schutzstreifen“ wurde seitens der Stadt Kleve erarbeitet. Im Rahmen dieser Planung fanden  bereits Abstimmungstermine  mit der unteren Landschaftsbehörde statt.

Beteiligung: Bürger und Bürgerinnen

Das beauftragte Planungsbüro AB Stadtverkehr hat in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung einen Entwurf der neuen Radverkehrsführung erarbeitet. Die Abstimmungsinhalte der beteiligten Behörden und Institutionen wurden bei der Ausarbeitung der Planung ebenso berücksichtigt wie die Ergebnisse von Analysen und Untersuchungen. In seiner Sitzung am 7. Dezember 2016 wurde dem Umwelt-und Verkehrsausschuss der Stadt der Planungsentwurf vorgestellt. Die neue Radverkehrsführung soll in Form eines „Bürgerradwegs“ gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau im Jahr 2017 umgesetzt werden. Vorbereitend hierzu ist die Ausarbeitung der Ausführungsplanung in die Wege zu leiten.

Uns ist es ein Anliegen, die Bürger und Bürgerinnen in Kleve im Zuge der Planung der Radverkehrsführung an der Ringstraße (L 474) zu beteiligen. In einem Beteiligungsprozess gemeinsam mit Klever Bürger und Bürgerinnen, Politik und Verwaltung kann zu einer konsensfähigen Planung gelangt werden, die alle Belange hinreichend berücksichtigt und den Weg bereitet für eine dem Wohl der Allgemeinheit dienenden und aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendige Maßnahme.

Einladung  zur »Bürgerveranstaltung«

am Mittwoch, 11. Januar 2017 um 18.00 Uhr

in das Forum des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Römerstraße 9

(Eingang an der Römerstraße, sowie vom Schulhof und Parkplatz an der Flandrischen Straße aus)

Neben einer Vorstellung der wesentlichen Inhalte und Aussagen der Entwurfsplanung der Radverkehrsführung und der Ergebnisse aus den begleitenden Abstimmungen und Untersuchungen haben Sie insbesondere die Gelegenheit, einzelne Aspekte, die Sie betreffen, vertiefend zu erörtern und zu diskutieren.

Rückäußerungen,Anregungen und Ergänzungen zum „Bürgerradweg“  können bis zum 10. Februar 2017 schriftlich (auch per Mail) an die Stadt Kleve gerichtet werden.

Nach der Beteiligung erfolgt eine Auswertung und Abwägung der  Stellungnahmen und Anregungen. Einzelne Aspekte der Auswertung können in die nachfolgende Ausführungsplanung einfließen.

Weiterführende Informationen:

Schutzstreifen

Markierung Schutzstreifen

Schutzstreifen sind Teil der Fahrbahn und werden durch eine dünne, unterbrochene Linie markiert und sind im Zuge von vorfahrtsberechtigten Straßen an Kreuzungen und Einmündungen fortzusetzen. Sie sind ebenfalls mit Fahrrad-Piktogrammen gekennzeichnet. Autos dürfen auf Schutzstreifen nicht parken und nur ausnahmsweise fahren (z.B. Begegnung mit Lastkraftwagen, Bussen). Die Breite der restlichen Fahrbahn zwischen den Schutzstreifen ist so gewählt, dass zwei Autos sich in der Regel begegnen können. An Ampeln fahren Radfahrer nach den Signalen für den Autoverkehr.

Beispiel: Radverkehrsführung Tiergartenstraße – beidseitiger Schutzstreifen

Das Radverkehrskonzept schlägt für die Tiergartenstraße die Anlage beidseitiger Schutzstreifen vor.

Durch die Anlage beidseitiger Schutzstreifen auf der Tiergartenstraße konnte eine der wichtigen Lücken der Radwegeführung im Hauptverkehrsstraßennetz der Stadt Kleve geschlossen werden.

Schutzstreifen bieten dem Radverkehr eine „weiche Trennung“ zum Kfz-Verkehr und damit einen Schutzraum auf der Fahrbahn. Das Einsatzgebiet für Schutzstreifen liegt auf innerörtlichen Hauptsammelstraßen und schwächer belasteten Hauptverkehrsstraßen.

Foto beidseitiger Schutzstreifen Tiergartenstraße

Straßencharakteristik Bestand

• Hauptverkehrsstraße mit reger Frequentierung durch den Radverkehr

• Führung des Radverkehrs im Mischverkehr mit dem Kraftfahrzeugverkehr auf

der Fahrbahn; vorhandener einseitiger Schutzstreifen in Fahrtrichtung Innenstadt

• beidseitiges Parken auf dem Seitenstreifen zwischen Baumscheiben

Maßnahmen Radverkehrskonzept

• Schutzstreifen an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen für den Radverkehr auf der Fahrbahn

• Voraussetzung: Bei Fahrbahnbreiten von 7,50m und mehr soll die Anlage von Schutzstreifen geprüft werden.

Schutzstreifen Tiergartenstraße

• Einrichtung von Schutzstreifen auf beiden Fahrbahnseiten

• Die Kernfahrbahn erhält eine Breite von ca. 6,00m (ohne Mitteltrennung durch Leitlinie)

• vorhandene Gehwege in akzeptabler Breite

• Parkmöglichkeiten für den Kraftfahrzeugverkehr auf dem Seitenstreifen in der Verbindung mit

Beibehaltung der vorhandenen Bäume

• Fortführung der Schutzstreifen-Markierung im Bereich der Knotenpunkte (Heldstraße,Spyckstraße)

• Anschluss an Fahrbahnführung des Radfahrers auf der Kavarinerstraße/Hafenstraße

Ansprechpartner

Name Kontakt
Klockhaus, Bernhard
Landwehr 4 - 6
47533 Kleve
Tel.:0 28 21 / 84 - 283
E-Mail: Bernhard.Klockhaus@kleve.de

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