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Die Natur auf Salmorth

Im Osten von De Gelderse Poort liegt die Halbinsel Salmorth mit ihren1088 Hektar. Auf der einen Seite fließt der Rhein, auf der anderen Seite bahnt sich der Altrhein seinen Weg. Bei großen Hochwasser ist die gesamte Flussaue überflutet. Kleinere Hochwasser werden durch die Sommerdeiche abgehalten, so dass nicht die gesamte Halbinsel überflutet wird.

Altrhein bei SalmorthSalmorth ist ein Kind des Rheines. Mindestens sechs große Flussverlagerungen sind verantwortlich für die Entstehung der Halbinsel. Zurückgeblieben sind die sogenannten "Stränge", also Flutrinnen, die von Ost nach West über die gesamte Halbinsel verlaufen. Übrig geblieben ist der Griethausener Altrhein im Süden und der neue Rhein im Norden, der erst seit ungefähr 1770 an der heutigen Stelle fließt. Früher war Salmorth rechtsrheinisch zu finden.

Charakteristisch für Salmorth ist die Grünlandnutzung. Seltene Wiesenvogelarten brüten auf den ansonsten in NRW selten werdenden Feuchtwiesen. Im Winter werden die Grünflächen von tausenden von arktischen Wildgänsen als Futterplatz besucht.

WiesensalbeiNeben den Feuchtwiesen findet man auf Salmorth an den höher gelegenen Stellen, also jenen Bereichen, die nicht so oft vom Hochwasser heimgesucht werden, noch Reste der seltenen Wiesensalbei-Glatthafer-Wiesen, die besonders gepflegt werden, um möglichst große Bestände zu erhalten. Charakterart ist, wie der Name schon sagt, der Wiesensalbei, der für die Bestäubung auf Hummeln angewiesen ist.

Schon erwähnt worden sind die Flutrinnen, die ebenfalls eine besondere Tier- und Pflanzenwelt beherbergen. Trotz intensiver Bemühungen des Menschen in der Vergangenheit, diese Flutrinnen möglichst trocken zu halten, brüten hier eine Reihe von Vogelarten, die auf die feuchteren Grünlandflächen angewiesen sind. Dazu gehören insbesondere Wiesenpieper, Schafstelze, Feldlerche, Uferschnepfe und der Rotschenkel mit dem zweitgrößten Brutvorkommen in Nordrhein-Westfalen. Und auch der Weißstorch, der die feuchten Wiesen als Jagdgrund benutzt, wird hier immer öfter gesichtet.

WachtelkönigPrunkstück der dort lebenden Wiesenvögel ist allerdings der Wachtelkönig. Dieser äußerst seltene und scheue Vogel, der vom Aussterben bedroht ist, lebt ebenfalls auf den Wiesen auf Salmorth. Grund hierfür ist vor allem die extensive Bewirtschaftung der Grünlandflächen auf Salmorth. Wald ist hingegen rar auf Salmorth. Lediglich im Nordwesten konnte sich ein Auwaldrest aus Schwarzpappeln und Winterlinden halten, der mittlerweile auf eine Größe von etwa 30 Hektar aufgeforstet worden ist. Neben den genannten Arten wurden vor allem Esche, Feldulme, Wildbirne und Feldahorn angepflanzt. Viele Vogelarten wie das Blaukehlchen, die Nachtigall, einige Spechtarten, der Sumpfrohrsänger oder die Rohrammer haben den neuen Lebensraum bereits angenommen.

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