Inhalt

Der Auwald

Flussbegradigungen und Eindeichungen haben dafür gesorgt, dass Auwälder in unserer Zeit selten geworden sind. Das ist am Rhein im Gebiet von De Gelderse Poort nicht anders. Doch in den letzten Jahren haben die Menschen die Bedeutung dieses Lebensraumes erkannt und Maßnahmen zum Erhalt der letzten Auwaldreste getroffen. Und nicht nur das. Ende der neunziger Jahre erlebte der Auwald geradezu eine Renaissance am unteren Niederrhein.

AuwaldVor allem Weichholzauen aus Weiden und Schwarzpappeln werden derzeit im Gebiet von De Gelderse Poort neu angepflanzt oder siedeln sich spontan selbst an geeigneten Standorten an. Diese Baumarten wachsen schnell und haben ein weiches Holz. Mit der Renaturierung von ehemaligen Ton- und Kiesgruben hat alles angefangen, aufgegebene landwirtschaftliche Nutzflächen konnten in der Folge als Erweiterungsflächen für den Auwald hinzugewonnen werden.

Insbesondere die vom Rhein angespülten Weidensamen, die zu tausenden an den Ufern auskeimten, sorgten dafür, dass schnell ein Dickicht entstand, welches fortan nicht mehr entfernt wurde. Die Basis für einen neuen Auwald war geschaffen.

In der jüngsten Vergangenheit konnte beobachtet werden, dass sich auch wieder Hartholzauen in den Flussniederungen ausbreiten. Dieser Waldtyp braucht erheblich länger für seine Entwicklung, der Erfolg der Wiederansiedlung kann daher noch nicht vollständig prognostiziert werden. Doch sind alle Beteiligten, sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite bemüht, auch diesen Lebensraum, der sich in der Hauptsache aus Eichen, Eschen und Ulmen zusammensetzt, zu schützen und zu entwickeln. Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass der Mensch hier kaum nachzuhelfen braucht. Ging man zunächst davon aus, dass Hartholzauen sich aufgrund des langsamen Wachstums, der Beweidung und der Überschwemmungen von selbst nicht entwickeln können, beobachtet man nun mehr das Gegenteil. Die Natur sorgt letztendlich für sich selbst.

Typische AuwaldsituationÜberall im Gebiet von De Gelderse Poort kann beobachtet werden, wie Hartriegel, Esche, Traubenkirsche, Stieleiche und Weißdorn sich Stück für Stück ihren angestammten Raum zurückerobern, und das ohne großes Zutun des Menschen. Oft reicht es eben, ganz einfach nichts zu tun, und der Natur nur den nötigen Platz und die Zeit einzuräumen.

 

 

 

 

 

nach oben